Das Terminalgebäude, das im Zentrum des diesjährigen Bundesauftakts steht, wurde im Auftrag der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG nach den Plänen von KSP Jürgen Engel Architekten errichtet. Der Neubau in der maritimen Hafenlandschaft von Kiel knüpft an das Motto "Horizonte" an und versinnbildlicht als Liegeplatz für Fähr- und Kreuzfahrtschiffe das Thema des diesjährigen Tags der Architektur. Aspekte wie Weite, Aufbruch, Ausblick, Neues entdecken, beziehen sich jedoch nicht nur auf den Ort der Auftaktveranstaltung, sondern weisen zugleich auf die Möglichkeit hin, sich im Rahmen dieser Architekturveranstaltung über die gebaute Umwelt zu informieren und somit den eigenen Horizont im Hinblick auf das Thema Architektur und Baukultur zu erweitern.

Informationen zum Bauwerk Neben dem Norwegenkai und dem im Jahr 2007 eröffneten Ostseekai entsteht ein drittes hochmodernes Terminalgebäude in Kiel, der neue Schwedenkai. Das Terminalgebäude, das für den Kieler Hafen von großer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung ist, soll zum 01. September 2010 fertig gestellt werden. Der neue Passagierterminal bietet höchste Abfertigungsqualität für Reisende und verbessert durch optimierte Flächenlogistik die Verkehrsabläufe für LKW. Mit dem neuen Schwedenkai stärkt die SEEHAFEN KIEL den Logistikstandort Kiel. Insgesamt investiert der Kieler Hafenbetreiber rund 18 Mio. Euro in das neue Terminalgebäude. Neben dem regulären Fährbetrieb der Stena Linie zwischen Kiel und Göteborg mit ca. 500.000 Passagieren pro Jahr dient das neue Terminal auch der Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen, die in immer größerer Zahl in Kiel anlegen. Darüber hinaus bietet das Gebäude auf insgesamt neun Etagen attraktive Büroflächen in einzigartiger Lage in unmittelbarer Nähe zur Kieler Innenstadt. Der Entwurf des Schwedenkais gliedert sich in zwei Bereiche: ein 9-geschossiges Hochhaus für Büronutzungen und einen Sockelbau für das Fährterminal. Es verbindet somit die Servicefunktionen für Passagiere und Fracht in den unteren Ebenen mit attraktiven Mietflächen für Büros. Der Standort des neuen Schwedenkais am Westufer der Kieler Förde befindet sich im Übergangsbereich zwischen der Stadtkante der Innenstadt und dem Hafenbecken. Das schmale, lang gestreckte Planungsgebiet unweit des Kieler Hauptbahnhofs wird im Südosten durch die Wasserkante und im Nordwesten von der stark frequentierten Kaistraße flankiert. Die Hochhausscheibe mit einer Höhe von rund 43 Metern setzt als markanter Hochpunkt in der Kieler Hafenlandschaft ein städtebauliches Thema fort, das bereits mit dem Bau des HafenHauses, das den Sitz der SEEHAFEN KIEL beherbergt, eingeführt wurde. Der Fährterminal Der Terminalbereich des Schwedenkais im viergeschossigen Sockelbauwerk empfängt die Besucher und Passagiere in einer knapp zwölf Meter hohen, transparenten Eingangshalle. Über eine Rolltreppe, eine offene Treppe oder einen Personenaufzug gelangen sie von dort in den öffentlichen Passagier-Aufenthaltsbereich im zweiten Obergeschoss. Hier befinden sich Travelcenter und Check-in, der Passagier-Wartebereich sowie die erforderlichen Kontroll- und Abfertigungseinrichtungen. Der Passagierbereich ist außerdem über eine Fußgängerbrücke, die über die stark befahrene Kaistraße führt, direkt mit der Kieler Innenstadt verbunden. Im vierten Obergeschoss wird ein Bistro mit vorgelagertem Sonnendeck als attraktive Aussichtsplattform eingerichtet. Der Terminal als Schnittstelle zwischen Land und Wasser verfügt über zwei Liegeplätze für Schiffe. Am südlichen Liegeplatz legen die Fährschiffe der Stena Line an. Der nördliche Liegeplatz steht ab 2011 Kreuzfahrtschiffen, Seglern und Forschungsschiffen zur Verfügung. Das Bürohochhaus Als zweiter, wesentlicher Funktionsbereich des Terminals erhebt sich über dem Sockelbauwerk das Hochhaus mit Büronutzung. Gestalterisch setzt sich die Hochhausscheibe als eigenständiger Baukörper durch eine deutliche Auskragung in Richtung Straße sowie durch seine leicht geneigten Stirnseiten vom Sockelbereich ab. Assoziationen an die Schiffsaufbauten moderner Fähren und Kreuzfahrtschiffe sind beabsichtigt, ohne diesen Bezug zu offensichtlich zu betonen. Das Bürohochhaus ist über einen separaten Empfangsbereich mit Informationstresen von der Kaistraße aus zugänglich. Über ein innenliegendes Treppenhaus mit zwei Aufzügen werden die Büroflächen in den oberen Ebenen erschlossen. Im neuen Gebäude stehen in jedem Stockwerk ca. 650m² Mietfläche zur Verfügung, die nach Mieterwunsch individuell und flexibel unterteilt werden können. Die Bürogrundrisse sind als Dreibund organisiert. Die Nebenräume sowie der Erschließungskern befinden sich im Kernbereich, die Büroflächen an den Außenseiten mit klarer Orientierung zum Wasser. Die stützenfreien Büroflächen ermöglichen ein großes Spektrum an unterschiedliche Bürolayouts: vom Zellenbüro über Kombibüros bis hin zur offenen Bürolandschaft mit Blick über den Kieler Hafen. Die statische Lastabtragung erfolgt über Fassadenstützen und den Erschließungskern in Stahlbetonbauweise. Fassaden Sockelbauwerk und Hochhausscheibe werden gestalterisch durch das in der Fassade ablesbare „weiße Band“, das die klaren Konturen der Bauvolumen nachzeichnet, miteinander verknüpft. Die transparente Fassade des Foyer- und Terminalbereichs ist als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Festverglasung und einzelnen Öffnungsflügeln ausgeführt. Die Hochhausscheibe ist geschossweise durch horizontale Brüstungsbänder gegliedert, die als tragende Brüstungen (Überzüge) gemeinsam mit den Stahlbetonstützen im Bereich der Fassade auch eine wichtige statische Funktion übernehmen. Die großzügigen Fensterflächen, die eine angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen, sind als Doppelfassade ausgeführt. Sie besteht aus einer Prallscheibe als äußerer Schicht, die als Witterungsschutz dient, einem Sonnenschutz im Fassadenzwischenraum und Isolierglasfenstern als innere, thermische Haut. Die Doppelfassadenkonstruktion an den Längsseiten sorgt für einen hochwirksamen Lärmschutz und ermöglicht eine hohe Energieeffizienz. Alle Büros können natürlich belüftet werden. Die transparente Glasfassade in Richtung Hafenbecken ist aufgrund ihrer Neigung als Einfachfassade mit Sonnenschutzglas in Pfosten-Riegel-Bauweise und innenliegendem Sonnenschutz ausgeführt. Wahrzeichen Schwedenkai Als derzeit beliebtester deutscher Hafen für Kreuzfahrten nutzen die SEEHAFEN KIEL mit dem Neubau des Schwedenkais die geografischen Vorteile Kiels im internationalen Schiffsverkehr. Mit jährlich insgesamt ca. zwei Millionen Passagieren, davon rund 1,5 Mio. Fährpassagiere von und nach Oslo und Göteborg festigt Kiel mit dem Terminalneubau seine Position als Tor nach Norwegen und Westschweden. Durch die markante Form von Hochhaus und Passagierterminal wird der Neubau am Schwedenkai nicht zuletzt zu einem neuen Wahrzeichen für den Hafen und die Stadt Kiel.
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Daten Schwedenkai Kiel Bauherr SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG Projektsteuerung: Assmann Beraten + Planen GmbH, Hamburg Architekt KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Braunschweig / Ulrich Gremmelspacher, Büroleiter / Gabriele Steinhage, Projektleiterin Tragwerksplanung: Ing.-Büro Horn + Horn, Neumünster Wettbewerb 11/ 2007, 1. Preis Höhe (Bürohochhaus) 43m / 13 Geschosse BGF (gesamt) 13.146m² BRI (gesamt) 50.496m³ Baukosten ca. 18 Mio. Euro Baubeginn 05/2009 Fertigstellung voraussichtlich 09/2010 ___________________________________
Weitere Informationen finden Sie im Deutschen Architektenblatt, Ausgabe 05/2010.
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